Sonntag, 07. Oktober 2007
Hier kommt die Flut... Samstag, 30.09.07 bei Drei Annen Hohne

Vor gut einer Woche sind wir vollkommen abgemagert und niedergekämpft in die Arme unserer Lieben zurückgekehrt. Wir mussten unsere Reise in die Westernstadt leider vorzeitig abbrechen. Der Preis den wir zahlten war hoch. Die schrecklichen Erlebnisse vom Flutwochenende im Harz haben ihre Spuren in unseren Köpfen hinterlassen... Wir sind derzeit dabei die Hochwasserschäden zu beseitigen und werden in den nächsten Tagen die unfassbaren Ereignisse in diesem Blog aufarbeiten...
Bis dahin bitten wir in alle Stille um Geduld!
Ein Hygrometer bei Sarstedt



Bewegte Bilder unserer Flucht - "16.51 Uhr ab Paddington"

Der Flut getrotzt - der Natur gebeugt!

Leider mussten wir unsere Wanderung aufgrund der Unwetterkatastrophe unterbrechen. Doch wir halten weiterhin an unserem Ziel fest und werden den Weg so bald wie möglich fortsetzen.


Donnerstag, 27. September 2007
Last Order!
Es geht los! Die Pferde sind gesattelt, die Winchester 73 ist verstaut, das Abenteuer kann beginnen. Viele lange Monde haben wir auf diesen Augenblick gewartet. Die Zeit der Vorbereitung und des Wartens haben ein Ende. Morgen früh, kurz nach Sonnenaufgang reiten wir los. Wünscht uns Glück und bedenkt uns in Euren Gebeten. Wir werden von unterwegs sicher keine Möglichkeiten haben dieses Blog zu aktualisieren. Haltet durch und wartet auf unsere Wiederkehr...

“The sun is sinking in the west,
a cattle go down to the street,
a redwing sattle in her nest,
it’s time for a cowboy to dream.”

“Purple eye - in the canyon,
That’s where I – long to be,
With my three – good companions,
Just my riffle, pony and me...“

Der Soundtrack „Trapperpfade deLuxe“ ist ab nächster Woche in jedem gut sortierten Musikfachgeschäft erhältlich. Hier schon mal eine Vorauswahl und Hörproben:

Soundtrack - Winnetou
Jonny Cash - Ring of Fire
Boppin'B - If you believe
John Denver - Take Me Home Country Roads
Tito and Tarantular - Back To The House of Love
Elvis - Suspicious Minds
Boss Hoss - Drawned In Lake Daniels
The King - Sweet Home Alabama
Chris Isaak - Two Hearts
und viele andere

Donnerstag, 20. September 2007 - nur noch eine Woche

Dancing Donkey - Der Esel ist los...
Es zeichnete sich bereits im Vorfeld der Planungen ab. Wie vor einigen Wochen angedeutet, hatten wir für unsere Harz / Pullman-Tour in Erwägung gezogen einen Esel zu verpflichten, um alle Lasten, die sonst auf unseren schmalen Schultern liegen, zu tragen. In diesen grauen Tagen ergab es sich dann, dass wir, passend zur Farbe des Wetters, eine tolles Angebot bekamen. Hier konnten wir nicht widerstehen. Sämtliche Bedenken in Sachen Tierschutz wurden ausgeräumt und wir freuen uns riesig unseren neuen Gefährten begrüßen zu dürfen. „Festus“ ist nun doch Realität geworden. Er wird uns in den trüben Tagen der Expedition eine große Hilfe sein. Ob in kalten Harznächten als stummer Freund zum Kuscheln oder als schützender Begleiter, der uns gegen die wilden Tiere des Waldes verteidigt. Sein weiches, bauschiges Fell gibt uns ein wohliges Gefühl der Wärme und Geborgenheit. Es riecht nach Heimat. Die Fremde wird zur Freundin und hält uns in Ihren Armen...
Allerdings bleibt trotz der entfachten Euphorie noch eine Frage offen: Wer wird unseren „Festus“ mit Leben erfüllen? Die ersten KandidatenInnen hatten ihre Bewerbung bereits zurückgezogen, weil sie den Anforderung der Aufnahmeprüfung wohl nicht gewachsen waren. Kurz gesagt besteht die Prüfung aus den drei Ts –Trekking, Tragen, Tanzen. Wobei die beiden erstgenannten noch ziemlich einfach zu bewerkstelligen sein sollten. Kritisch wird es in der Disziplin: Tanzen. In Manier des „dicken Tanzlehrers aus dem Osten“ (Detlev D. Sost) beäugten wir die KandidatenInnen in einer Art Castingshow. Das Auswahlverfahren war knüppelhart und einige der besten TänzerInnen mussten kapitulieren. Wir haben an diesem Tag in viele weinende und schwitzende Augen geschaut. Seelische Grausamkeit sieht anders aus, tanzen aber auch. Ein wenig traurig waren wir schon, als wir am Ende des Tages wieder einmal ohne geeignete KandidatenInnen und somit ohne Esel da standen. Es steht uns eine anstrengende und einsame Zeit bevor…

IWdT: Lerne Tanzen, denn das ist die Sprache des Herzens!

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Das Original, der
EI - POTT "WESTERN STYLE"

Schluss sind die Abende am Lagerfeuer mit ständigem Mundharmonikagedudel oder dem Geschrammel der verstimmten Western Gitarre!

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Reingehört!



Basta con silencio!
zum Heulen


Ausgelaugt und völlig durchgeschwitzt komme ich heraus. Der kalte Wind drückt durch mein nasses Hemd, es dauert keine Minute, da ist mein Körper wieder auf Normaltemperatur und die Sinne sind klar wie die Nacht. Das sind die Augenblicke die ich liebe, die mir Kraft schenken für den Alltag. Ein kleiner Club mit mieser Luft und einem guten Sound, dazu eine Band die nicht vor ihrem Publikum spielt, sondern mit ihnen. Solche Momente habe ich in den letzten Jahren mit Basta con silencio! erlebt. Sie rockten jeden Club und jede Kleinkunstbühne zwischen Harz und Heide in Grund und Boden. Soviel Energie, soviel Emotionen habe ich auf keinem Konzert erlebt. Ein ausgelassenes, tanzendes Publikum das für drei Stunden all seine Alltagssorgen vom Frontmann Antonio ausgeblasen bekommt. Diese Band lebt ihre Lieder und lässt dich mit vollen Zügen an ihrem Leben Teil haben. Doch was gestern Abend geschah, war ganz anders. Beim betreten des Saales hätte es mir schon auffallen müssen. Es gab kaum Stehplätze, überall waren Sessel in kleine Sitzgruppen aufgestellt die einen zum reinfletzen und abhängen animierten. Mein netter, schmuddeliger Rock Club hatte sich zu einer fast sterilen Lounge mit überdimensionaler Chill-out Area verwandelt. Die kleinen Tische waren bestückt mit Kerzen und großen Packungen Kleenex. Beim Anblick der Kosmetiktücher schoss mir der Gedanke durch den Kopf, dass ich mich wohlmöglich im Club geirrt hatte. Vielleicht hat das hier alles weniger mit rocken zu tun, sondern eher mit swingen. Ehe, ich diesen Gedanken weiter ausbauen konnte wurde ich von der Bühnencrew überrascht, die Sage und Schreibe aus zwei Roadies bestanden. Wie wollen die beiden in der nächsten halben Stunde das ganze Equipment auf die Bühne bringen und auch noch sicherstellen, dass aus den Boxen ein brauchbarer Sound kommt? Der Raum füllte sich und ebenso die Sessel, die Roadies verschwanden und auf der Bühne standen neben dem Mikro eine Gitarre, daneben ein Cello und ein übersichtliches Sortiment an Percussion Instrumenten. Das war der Zeitpunkt in dem ich das Bedürfnis verspürte noch mal meine Eintrittskarte zu kontrollieren. Mir schien das ich der einzige war der nicht wusste was kommt, während die Rest Audienz ausgerüstet mit Kosmetiktüchern in den Händen, gespannt und fast lautlos auf die Bühne starrte. Die Ruhe wurde unterbrochen als Antiono aus dem Nichts vor dem Mikrophon erschien und ohne Ansage anfing „no silencio por mio corazón” zu singen. Jetzt hatte ich es begriffen, die Melodie wurde von einem schluchzenden, weinenden Publikums-chor begleitet. Nach dem dritten Song konnte ich mich nicht mehr halten, ich ließ mich in einen Sessel fallen und griff zur Kleenex–Box. Die folgenden Lieder machten aus meinem Herzen Carpaccio, mit einem Samuraischwert der Gefühle hauchdünn in Scheiben geschnitten. Am Ende war ich umhüllt von Melancholie, gefesselt von Melodien und Texten die einen nicht mehr los ließen.

Das nächste Konzert von Basta con silencio! ist in Pullman City und ich bin gespannt, ob die Band mit diesem Programm die Cowboys dort begeistern kann. Nach Brokeback Mountain hieß es „even gay cowboys get the blues“, diese Einschränkung könnte in Pullman City überschritten werden. Es wäre nicht die erste Überraschung dieser Band.
Mittwoch, 19.September 2007
"When I'm with you, baby - I'm in love with the whole wild world!"
"Forever? Nothing is forever, baby!"

"...not the boots, baby! Not the boots...!!!"

IWdT: ... die "Stiefel" bleiben an!

THANX BOYS - FOR THIS COOL MOVIE!!!

Sonntag, 16. September 2007
Fernsehen ist auch nicht mehr das was es mal war! Am Wochenende war ich gezwungener Maßen dazu verdonnert meine Abende vor der Glotze zu verbringen. Und ich frage mich nur: Was ist das für eine SCHEISSE?

Zum x-ten Mal kommt auf dem mit einem Hartz 4–Decoder frei empfangbaren Sender diese dermaßen bescheuerte „Ultimative Chartshow“ daher…: „und nun präsentieren wir die wirkliche und einzigartige Ultimative Chartshow der 27. Kalenderwoche aus dem Jahre 1973, mit Grinsebacke Oliver Geisha und der Bertelsmann Marionette Stonie“… Abwechselnd bevölkern dann Barbara Schönefeld und Wiegald Bönisch die Kulissen. Wer guckt sich so was an? (Außer mir) Und als wenn das nicht schon genug ist, kommt im Anschluss eine dermaßen bekotzte Sendung wie „Die Zehn… blah, blah“ – mit Sonja Zicklow. Warum machen die nicht mal eine Sendung wie, „Die 10 nutzlosesten und überflüssigsten Sendung auf RLT“ oder „Die 10 dämlichsten „Die 10 blah, blah blah“ - Sendungen“, das hätte mal was! Selbstkritik ist nicht die Stärke von RTL.
Die Moderatorin sollte vielleicht mal auch mal den Sender wechseln und die Zuschauer im flotten Bikini dazu animieren für satte 17,50 € eine Automarke mit A zu nennen. Eine Lufthansamaschine zu fliegen macht offensichtlich nicht glücklich.

Wo sind Sendungen wie „Auf los geht’s los“ „Dalli Dalli“ oder “Der große Preis” geblieben? Zorro behauptet ja immer, ich sei ein Fernsehjunkie. Nur weil ich als Kind Sendungen wie:
Barbapapa, Die Biene Maja, Calimero, Captain Future, Catweazle, Es war einmal der Mensch, Das feuerrote Spielmobil, Der Hase Cäsar, Heidi, Karlsson vom Dach, Kimba, der weisse Löwe, Die kleinen Strolche, Kli-Kla-Klawitter, Lassie, Lemmi und die Schmöker, Luzie der Schrecken der Strasse, Neues aus Uhlenbusch, Nils Holgersson, Pan Tau, Pinocchio, Pippi Langstrumpf, Plumpaquatsch, Rappelkiste, Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt, Herr Rossi, Die rote Zora, Die Sendung mit der Maus, Sindbad, Spaß am Montag, Ein Colt für alle Fälle, Western von Gestern, Wickie geliebt und verschlungen habe…

Was den Samstagabend betrifft, gibt es in der weit gestreuten Fernsehlandschaft wohl nur noch eine Konstante und das ist das „Aktuelle Sport Studio (Insider sagen: ASS! aber dieses Kürzel konnte sich offensichtlich nicht durchsetzten, weil die Verantwortlichen des ZDF im Zuge der Globalisierung irgendwann gemerkt haben, was ASS auf Englisch heißt) In der Sendung am Samstag war der französisch/bayrische Topfußballer Franck (gesprochen: Frooohnk) Ribéry zu Gast. So und nun hab ich mal ein paar Fragen:
Der Mann ist ein super Fußballer, das zunächst vorweg, aber jetzt Herr Bosbach aufgepasst! Herr Ribéry ist vor fünf Jahren zum Islam konvertiert. Bei mir gingen sofort alle Alarmglocken an. Der also AUCH! Lisa Dagdelen (ehemals Hoffmeister) und ihr Sohn Paul haben es vor geraumer Zeit in der Lindenstraße vorgemacht. Schätze die finden sich wohlmöglich alle bald in einer von „Wolle B.“ angelegten und in seinem Pornofolterkeller gehorteten Datei wieder? Wenn man also dem Unions Fraktionsvize glauben schenken kann, schleusen Würstchen Uli und Fritze Pleitgen offensichtlich al-Qaida - Terroristen nach Deutschland. Die fette Backennarbe bei Ribéry soll angeblich von einem Autounfall herrühren, wer’s glaubt… Kampfspuren von einem Afghanistan Aufenthalt? Außerdem wissen wir doch alle, dass Lisa seiner Zeit beim "Bratpfannen-Mord" am Pastor Matthias beteiligt war. Dieser heimtükische Attacke wurde bis heute nicht aufgeklärt. Was ist denn los Herr Schäuble? Funktioniert ihre Rasterfahndung etwa nicht? Noch keine DNA Probe angefordert? Zum Islam konvertierte Menschen werden vor den Augen der Fernsehnation in den öffentlich rechtlichen Programmen mit unseren GEZ Gebühren vor die Kamera gezerrt. Herr Bosbach, Herr Schäuble, ich bin empört!

IWdT: Fernsehen hat sich eben verändert! Timm Thaler wäre wohl das Lachen auch so vergangen…

Mittwoch, 12. September 2007



Wieder Zurück!



Hab die ganze Welt gesehen, zwischen Rostock und Schwerin! Aaaloaee, aaalooaee!!! Von wegen, eine Wochenration Aspirin war nötig um die Rotationsgeschwindigkeit meines Hirns auf Spielstrassentempo zu bringen. Nichts habe ich gesehen und das was ich gesehen habe war hoffentlich nicht die ganze Welt. Die Weltanschauung hätte dann Ähnlichkeit mit mehrfach verdauten Lebensmitteln gehabt. Wir lagen zwar nicht vor Madagaskar, aber mir schien die Pest war mit an Bord. Und das, daß ausgerechnet mir passieren musste, war und ist immer noch entsetzlich! Ich bin der Kapitän! Ich habe alles im Griff, meine Leute, mein Schiff, nur mich nicht!
Als wir die Ostsee vom Eis und rumlungernden Piratenschiffen befreit hatten, machten wir uns auf in Richtung Hafen. Wir waren ausgelassen vor Freude, feierten unsern Erfolg. Wir hatten uns diese kleine Feier an Bord verdient. Niemand wurde ernsthaft krank und nennenswerte Verluste hatten wir auch nicht zu beklagen. So öffneten wir die Rum Fässer und an Deck wurde es laut. Die alten Lieder der Matrosen klangen über die See, Delfine begleiteten unsere Gesänge während sich die Fässer leerten. Die Stimmung war ausgelassen, fröhlich und das erste mal friedlich, bis es auf einmal laut knallte und krachte. Das Bug schoss senkrecht wie eine Rakete in die Höhe, der größte Teil der Mannschaft war zu betrunken sich festzuhalten und ging Achtern über Bord. Wer nicht über Bord ging, wurde von fliegenden Schiffsteilen erschlagen. Soviel zum Thema Ordnung und Sauberkeit an Bord. Ich hab es immer wieder gesagt, wer nicht hören will muss es nun spüren. Ich blieb mit meiner neunundvierziger Schuhgröße im Steuerrad hängen und Neptun zeigte sich mir gegenüber gnädig. Bis auf einige hundert Liter Meerwasser die ich schluckte, flogen mir nur Kleinteile um die Ohren. In diesen Moment wusste ich, wenn ich das überlebe ist ein Held geboren!
Ich wachte auf, mir tat alles weh, wirklich alles und am meisten mein neunundvierziger Fuß der mir letztendlich mein Leben rettete. Da lag ich abgewrackt in der Stille, selbst die See hatte sich zu einer Verschnaufpause hingelegt, sie war ruhig und spiegelglatt, von Wellen nichts zu sehen und ich war allein. Meine besoffene Mannschaft hat das Meer geschluckt, die guten werden vielleicht grade von Meerjungfrauen vergewaltigt, die bösen vom Hai gefressen. Ich will nicht klugscheissen, aber man muss wissen wann Schluss ist. Wer wenig verträgt, sollte wenig trinken und das ist kein Seemannsgarn. Ich stand auf, klopfte mir den Sand aus meinen zerrissenen Klamotten, holte das Ledersäckchen mit der Heuer aus meiner Hosentasche, ging über die Dünen zur Strasse und bestellte mir ein Taxi. Immerhin habe ich noch Grosses vor mir, da kann ich nicht meine Zeit am Strand verbraten.
Montag, 10. September 2007 - 18 Tage
Ich gebe zu, dass wir in den letzten, geposteten Beiträgen unser eigentliches Ziel, den Hexenstieg und Pullman City, ein wenig aus den Augen verloren haben.
Zusammenfassend sind bisher noch folgende Fragen zu klären:
1. Wieviel Mut ist nötig und für was?
2. Gibt es in Drei Annen Hohne einen Stall für unseren Esel, Festus?
3. Wohnen Menschen in Pullman City?
- a) wenn ja, sind die polizeilich dort gemeldet?
- b) zahlen die Steuern?
- c) dürfen die wählen und wenn ja, haben die einen eigenen Bürgermeister?
4. Gibt es eine Kirche? und wenn ja welcher Konfession?
5. Gibt es einen Friedhof? Sind dort Leute beerdigt...
6. In welcher Währung bezahlt man?
7. Gibt es einen Marshall/Sheriff?
8. ???
... kann sein, dass sich im Laufe der nächsten Tage/Wochen noch weitere Fragen auftun.

IWdT: wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt bleibt dumm!
Samstag, 8. September 2007, 14:45 Uhr - noch 20 Tage







Grüße aus Alcatraz...

IWdT: Es gibt "Gefangene" die sehen das Festland, können aber nicht schwimmen.

Freitag, 7. September 2007, 9.05 UHR


Die Planwagen sind mit Proviant geladen. Frischwasser, Pökelfleisch und Säcke voll mit Vitamin C gehen mit an Bord. Diesmal geben wir der Möller-Barlow-Krankheit keine Gelegenheit unsere Körper und unseren Kussmund zu deformieren.

Um 12.00 Uhr werden die Planwagen gelöscht und mit der Ladung gehe ich mit meiner Crew, bestehend aus Meuterern und Klabautermännern an Deck.

Leinen Los! Bei Einbruch der Dunkelheit werden wir das Haff erreichen und am nächsten Tag bei Einbruch der Dunkelheit die Streusalzkanonen und Tauchsieder fertig machen. Durch die Klimakatrastrophe ist es schwierig geworden, die Ostsee wieder auf Temperatur zu bringen. Doch die jahrelange Erfahrung mit William "Eytsch" Bunny bei Magic Weather geben mir Zuversicht und Mut auch diese Aufgabe zu meistern!

Freitag, 7.September 2007, 6:23 Uhr
Der Herbst erhält Einzug in unserem Land. Zorro ist bald auf dem Weg nach Berlin, um mit dem Eisbrecher "Kon-Tiki" nach Vorbild Thor Heyerdahls' die Havel und Spree für den Schiffsverkehr vom Eis zu befreien. Eine Expedition frei nach dem Motto: "Deine Heimat ist das Meer, deine Freunde sind die Sterne!"
Ich für meinen Teil kümmer mich auf unserer Heimaterde um Miss Scarlett, unsere Baumwollplantagen und diverse Haussklaven.

IWdT: Schwimm, wenn du kannst!

Nachgefragt!


Black is beautiful

Schwarz macht schlank


Dem kann ich nur zustimmen, aber kann mir jemand mal erklären warum man(n) im 21. Jahrhundert mehr als eine Klinge zum Rasieren benötigt?
Z.Z. aus Zerbst


Halte durch mein edler Freund William "Eytsch" Bunny !

Ich muss noch mal schnell los die Welt retten. Zwischen Ostsee und Havel, zwischen Danzig und Potsdam schreit es nach Heldentum, gebrüllt von den Hoffnungslosen.
Zorro fährt zur Zee (niederländisch: See)

Ein Wind weht von Süd und zieht mich hinaus auf See! Mein Kind, sei nicht traurig, tut auch der Abschied weh. Mein Herz geht an Bord und fort muß die Reise gehn. Dein Schmerz wird vergehn und schön wird das Wiedersehn! Mich trägt die Sehnsucht fort in die blaue Ferne. Unter mir Meer und über mir Nacht und Sterne. Vor mir die Welt, so treibt mich der Wind des Lebens, wein' nicht, mein Kind, die Tränen, sie sind vergebens.

Ahoi Zorro Zokolowski

P.S. : ich hab die Kladde und den Stift dabei

Donnerstag, 6.September 2007
Wo bist Du, Steve?








IWdT: Manchmal will man(n) einfach nur mal raus!
Mittwoch, 5.September 2007 - noch 23 Tage
Ich sage nur: 8,4°C, gefühlt wie -13°C und das ist exakt die Temperatur, bei der mein Schlafsack heute Nacht gänzlich versagt hätte. In der Zeitung steht heute Morgen, dass auf dem Brocken schon der erste Schnee gefallen ist. Na ganz toll. Ich wäre also im Tipi jämmerlich erfroren und es ist erst Anfang September. Zorro hätte mit den anwesenden Stammesbrüdern in PC eine kleine Beerdigungszeremonie für mich abhalten können (falls sie ein Loch in den gefrorenen Boden bekommen hätten). Gibt es in Pullman City eigentlich eine Kirche und einen Friedhof? Das wirft auch die alte Frage wieder auf, ob es Einheimische gibt und wo diese, im Falle eines Falles, beerdigt werden... Ich werde das mal recherchieren. Dabei fällt mir ein, dass Winnetou ja auch nur auf einem baumartigen Gestell verbrannt wurde. Naja mit genug Feuerwasser/Whiskey im Blut vom Vorabend, wäre es wenigstens ein schönes, loderndes Feuer... oder ein Inferno! Das Abschiedslied "Spiel mir das Lied vom Tod" wäre doch passend. Das kann ja heiter werden. Vielleicht sollten wir doch diesen Esel mitnehmen, um etwas Feuerholz und am besten noch einen alten Kachelofen zu transportieren. Apropos: Esel, ich habe mal versucht bei Ebay einen Esel zu ersteigern, musste aber leider feststellen, dass lebende Tiere bei Ebay nicht gehandelt werden. Warum eigentlich nicht? Bei den meisten Aufschlägen für Verpackung und Versand könnte man meinen, dass eine Begleitperson die ersteigerten Waren eskortiert.

Und noch was: dpa meldet - Steve Fossett ist in der Wüste von Nevada verschollen.

IWdT: Clemens Forell hat es auch geschafft!
Freitag 31. August 2007 - noch 28 Tage
Rawhide in "a" und hallo zusammen,
auf unserer Blog-Seite "Trapperpfade deLuxe" hat sich ja eine ganze Weile nix getan. Heute ist schon wieder Todestag einer berühmten Persönlichkeit, Lady Diana ist heute vor 10 Jahren bei einen Autounfall in Paris gestorben. Elvis, Diana ... wann ist nochmal Falco gestorben?
Ok, das Leben geht weiter und unser Tagebuch ebenso. Mein Mitstreiter und Wanderkumpel „Zorro“ hat mir versprochen in den nächsten Tagen eine kleine Kolumne über dieses Tagebuch, unsere gemeinsamen Aktivitäten und sonstige Gedankengänge ins Leben zu rufen und mit völlig abstrusen Beiträgen zu füllen. Wir können gespannt sein und freuen uns sehr darauf… Ich weiß nämlich von völlig schrägen Seminaren die Zorro in letzter Zeit besucht hat. Vielleicht lässt er uns ein wenig daran teilhaben.
Ich für meinen Teil bin im Moment sehr mit den Vorbereitungen für unsere Expedition beschäftigt, so dass ich einfach nicht täglich zum schreiben komme. Ich entschuldige mich hierfür aufrichtig und gelobe Besserung. Des Weiteren war ich die letzten Wochen mit meiner LINEDANCE Gruppe „POTO“ – was soviel heißt wie: „Pony Over The Ocean“ auf einer großen Sachsen-Anhalt Tournee. Diese haben wir erfolgreich beendet und freuen uns sehr darüber. Aber zurück zum eigentlichen Thema und die Vorbereitungen unserer Tour. Es sind jetzt nunmehr nur noch 28 Tage bis zum Start unserer Western - Harzexpedition. Die Wettervorhersagen für Oktober lassen echt zu wünschen übrig. Ich habe mich daher entschlossen mir ein nietennagelneues OTP zuzulegen (Outdoor-Travel-Pack). Dazu habe ich mir einen neuen Thermoschlafsack (bis minus 13°C), eine fantastischen neue Isolationsmatte (1,5cm dick) und einen pseudoelektrothermalen Heizapparat bei der Firme Globetrotter in Hamburg bestellt. Diese Sachen habe ich auch schon Testweise ausprobiert indem ich seit zwei Tagen im Keller, bei geöffnetem Fenster und Gefriertruhe übernacht habe. Meine Erfahrungen sind gemischter Natur. Durch den extrem Lärm verursachenden Kompressor der Kühltruhe bin ich gar nicht zum schlafen gekommen, gefroren habe ich aber nicht. Dafür brauche ich jetzt mindestens 12 Schlaf den ich jetzt mal nachholen werde…
Schönes Wochenende und bis die Tage...
"YEEHAW" - Euer William „Eytsch“ Bunny

IWdT: Jeden Tag ist irgendein Todestag, drum geniesse das LEBEN!
Mittwoch/Donnerstag 29./30. August 2007
Hallo... lange nicht hiergewesen, aber mein Freund Zorro auch nicht!
ZORRO, ich hoffe es geht dir nach der wilden Schiesserei im Saloon trotzdem gut. Ich erwarte bis zum Wochenende eine genaue Beschreibung der Vorkommnisse.

IWdT: Mann muss ja nicht jeden Tag schreiben
Donnerstag, 16. August 2007 - 43 Tage
Bin heut Nacht ca. dreizehn Mal aufgewacht, weil es tierisch gewittert hat. Mein erster Gedanke war: „Oh Gott, wenn es im Oktober auch so regnet und so kalt ist…“ Werde mir ernsthaft etwas überlegen müssen, damit ich mir dort nicht den Arsch abfriere. Schaue heut mal im Internet bei „Globetrotter“ nach geeigneter Winterausrüstung. Heute ist auch der 30ste Todestag von Elvis. Echt tragisch, dass so ein genialer Rock ’n ’Roller so früher sterben musste. Elvis ist und bleibt eine LEGENDE. ”Love me tender“, ”Can't Help Falling In Love”, “In The Ghetto” und “Suspicious Minds”, das sind schon richtige Knaller der Musikgeschichte. Werde heut Abend mal die „Best Of - CD“ einlegen und einen auf den ’KING’ trinken.

Hier ein paar Zitate:
„Ohne Elvis hätte es die Beatles nicht gegeben.“ – John Lennon

„Wann immer es mir schlecht ging, legte ich eine Elvis-Platte auf, und dann fühlte ich mich großartig.“ – Paul McCartney

„Ich liebe dich Elvis - ohne Elvis bist du nichts.“ – Madonna

„Es hat Anwärter auf den Thron gegeben, es hat Herausforderer gegeben. Aber es gibt nur einen König. Alles beginnt und endet mit ihm.“ – Bruce Springsteen

„Ich glaube, dass Elvis Presley ein Genie war.“ – Bono

„Niemand kann ermessen, wie wichtig sein Einfluss war und wie groß die Leere ist, die er hinterlässt. “ – Frank Sinatra

„Ohne Elvis hätte es keiner von uns geschafft!“ – Buddy Holly

„Elvis ist der größte Blues-Sänger der Welt!“ – Joe Cocker

„Elvis hat ein Lied von mir aufgenommen; das ist die Aufnahme, die ich am meisten schätze!“ – Bob Dylan

„Elvis war der größte Entertainer, der je gelebt hat.“ – Eddie Murphy

„Der Tod Elvis Presleys raubt unserem Land einen Teil seines Selbst. Seine Musik und seine Persönlichkeit, die den Stil weißer Country-Musik und des schwarzen Rythm-and-Blues zusammenschweißten, haben das Gesicht der populären Kultur Amerikas für immer verändert. Seine Gefolgschaft war unübersehbar und für Menschen in aller Welt war er ein Symbol für die Vitalität, den rebellischen Geist und den Humor unseres Landes!“ – Jimmy Carter, 39. Präsident der USA

Zum Thema ELVIS fällt mir noch ein großartiger Dialog aus dem Film „True Romance“ (die 18er Version ist mein Lieblingsfilm) ein. Christian Slater als 'Clarence Worley' sitzt in einer vermieften Bar und quatscht mit einer volltrunkenen Lady
Er: „…Elvis sah in dem Film besser aus als die meisten Frauen… (es geht um den Film: „Jailhouse Rock“) ...Ich meine: ER war Rockebilly… er musste nur abrocken was die Nieten hergaben und ne wunderschöne Leiche abgeben… Wenn ich je 'nen Typen knallen müsste, also nicht das ich schwul bin oder so, aber wenn ich je mit nem Typen ins Bett müsste, also wenn mein Leben davon abhinge, dann würde ich Elvis vögeln.
Sie: „Mit Elvis würde ich auch vögeln.“
Er: „Wir würden also beide mit Elvis vögeln, schön jemanden zu treffen, der die gleichen Interessen hat.
Er: „Soviel zum King und was ist mit dir?“

Sie: „Was soll denn mit mir sein?“
Er: „Was machst du denn heut noch?“
Sie: „Keine Ahnung“
Er: „Hast du Lust mit mir ins Kino zu gehen?“
Sie: „Was wollen wir uns denn ansehen?“
Er: „Sonny Chiba - Dreifachvorstellung. „Streetfighter“, „Die Rückkehr des Streetfighter“ und „Die Schwester vom Streetfighter“…
Sie:
„Wer ist Sunny Chiba?
Er:
„Du kennst Sunny Chiba nicht? Das ist einer der besten Darsteller in asiatischen Kampfsportfilmen.
Sie: „Du willst mit mir in einen KungFu-Film gehen?“
Er: „Nicht in EINEN KungFu Film……. in 3!“
Sie: „Ich glaub das ist nix für ne Lady wie mich…" steht auf, wankt von der Theke aus der Bar...

Großartig! Eigentlich dachte ich auch, dass Elvis gar nicht Tod ist, sondern auf einer Insel mit Falco und Lady Diana lebt. Hm, das muss ich wohl noch mal recherchieren.

Hatte heute vorerst meinen letzten Tag auf der Arbeit. Mache ab jetzt für ’nen Monat einen auf „Papa“ und nehme Elternzeit. Dank Ursula von der Leyen (die im Übrigen aus Lehrte kommt und eine Abiturdurchschnittsnote von 0,8 hatte – geht das überhaupt?) kann man jetzt sogar zwei Monate als Vater zu Hause bleiben. Mal sehn wie mir das bekommt. Und noch etwas wissenswertes über UvdL, nämlich das Thema ihrer Doktorarbeit: „C-reaktives Protein als diagnostischer Parameter zur Erfassung eines Amnioninfektionssyndroms bei vorzeitigem Blasensprung und therapeutischem Entspannungsbad in der Geburtsvorbereitung.“ Aahja!

IWdT: „Der King of Rock ist Tod und mir ist auch schon ganz schlecht.“

Kurzer Nachtrag: morgen kommt die „Rothaut“ samt seiner Indianerfamilie aus Italien wieder. Hoffe der lange nach Track nach Norden geht unbeschadet von statten. Habe von feindlich gestimmten Stämmen in der Gegend um München gehört… wünschen meinen Freunden alles Gute.
Mittwoch, 15. August 2007 - 44 Tage
morgens - Gestern Nachmittag hatte ich noch mal in Pullman City angerufen. Und siehe da, diese dummen Zoni’s haben doch tatsächlich meine Tipi- Reservierung verbummelt. Ich sag’s ja: „Westernstadt im Osten“, das kann doch gar nicht funktionieren. Jedenfalls ist unser Tipi nun hoffentlich endgültig gebucht. Die Frau am Telefon war auch schon wieder so komisch. Nicht unfreundlich, nur komisch. Zuerst konnte sie meine Reservierung in Ihren Unterlagen nicht finden (kein Wunder, denn die Reservierungen für „TIPI“ sind in einem so genannten „Extrabuch“), dann fragte sie mich ob der 29./30. September wirklich das richtige Datum sei. Was soll das? Schläft um diese Jahreszeit etwa sonst niemand in einem Tipi? Wie kommt das denn? Warum machen wir dann so was? Ich musste auch meinen Namen dreimal buchstabieren. Hätte wohl doch nicht als William H. Bonney reservieren sollen. Was soll’s, jetzt gibt es kein zurück mehr. Habe dann auch noch mal explizit nach einem freien Hotelzimmer gefragt, aber es war nichts zu machen. Wir müssen ins TiPi, basta! Also werden wir wohl das „Zelt in Zelt – System“ revolutionieren müssen. In den nächsten Tagen wird auch hoffentlich unsere Buchungsbestätigung zu Hause eintrudeln…

nachmittags - Bingo! Ich war grad am Briefkasten und die Bestätigung aus Pullman ist schon da. Das ging ja dann doch schnell. Also Tipi ist gebongt und bestätigt. Kostet demnach 25,- € + Eintritt + 50 € Kaution (hoffentlich nehmen sie auch US-Dollar bzw. Felle). Sehr amüsant finde ich übrigens die Campregeln, werde mal ein Exemplar als pdf beifügen. Ansonsten habe ich heut nicht mehr viel gemacht. Habe noch mal die Boss Hoss und diverse andere Western und Country - Songs angehört. Da gibt es eine geile Melodie aus den Winnetou- Filmen, nämlich immer an der Stelle, wenn sich Winnetou und Old Shatterhand, wie zufällig in der Prärie treffen. Will mal versuchen das als Klingelton auf mein Handy zu laden. Immer wenn mein „roter“ Blutsbruder Axel (Zorro Zokolowski) anruft, klingelt es dann dementsprechend, das ist doch irgendwie cool, oder? Abends gab es noch das Champions League Qualifikation Spiel Werder Bremen gegen Dynamo Zagreb, Endstand 2:1 für Werder, nach miserabler Leistung in der ersten Halbzeit.

IWdT: „Werder ist mittlerweile wie Bayern, nur grün!“

Dienstag, 14. August 2007 / noch 45 Tage
Es sind heut noch genau 1½ Monate bis zum Tag X. Die Vorbereitungen für die Touren laufen so langsam an. Wir haben vorletzte Woche schon mal die Unterkünfte klar gemacht und vorab gebucht. Ist zwar irgendwie „spießig“ und nicht unbedingt „wildwest“, aber wir sind ja sowieso auf den ersten zwei dritteln der Wanderung so überhaupt gar keine Western-Scouts, sondern erst einmal „normale“ Wanderer, sozusagen Greenhorns. Wobei das Wort „normal“ in Bezug auf diese Reise zu hinterfragen ist. Ich habe also dieser Tage in der Westernstadt Pullmann City angerufen, um ein Doppelzimmer im Western Hotel zu bestellen. (quasi: das „best Western“, tolles Wortspiel aber das Ding heißt in Wirklichkeit „Grand Silver Star Hotel“, klingt toll) und siehe da: „Pustekuchen!“, „Kein Bett mehr frei“, lautete die Aussage der Squaw am anderen Ende der Leitung. „Wir haben hier an dem besagten Wochenende eine Veranstaltung –> Cowboy- und Whiskey - Night…,“ ( ach sieh mal an, das passt sich ja gut) „… kein Hotelbett, kein Ranchhaus, kein Hogan (Hogans sind auch so eine Art indianische Blockhütte),… nein, keine Chance im Saloon zu übernachten. Das einzige was ich Ihnen anbieten kann ist ein Tipi.“. Na prima, ein Tipi im Oktober, war mein erster Gedanke. Was nun? Nach mehrmaliger telefonischer Rücksprache mit meinen Wanderpartner Zorro Zolokowski (Axel) entschieden wir uns also für ein Tipi. Nützt ja nix, wir brauchen eine Bleibe für „unsere“ Cowboy- und Whiskeynacht. Für alle die nicht wissen was ein Tipi ist, erkläre ich es hier mal mit meinen Worten: „Ein nach allen Seiten (vermutlich) undichtes Indianerzelt, mit Blick auf den freien Himmel, damit der Rauch vom Lagerfeuer abziehen kann.“ Kurz bei Wikipedia nachgeschlagen heißt es dort:
Das Wort „Tipi“ setzt sich aus folgenden Sioux-Wörtern zusammen: Ti = Wohnung und Pi = geeignet/gebraucht/eingesetzt/verwendet für, zu, zum, zur. Tipi = zum Wohnen…

Aha! na da bin ich ja mal gespannt. Ich muss dazu sagen, die nette Dame aus PC (Pullmann City oder political correctness?) fragte mich gleich mehrmals, „ob wir das Tipi denn wirklich wollen? Frei haben wir genug, aber es ist nach oben offen, untenherum völlig ungeschützt und steht auf dem blanken Erdboden.“ „Ja klar, macht uns alles nix aus…“, war meine Antwort. Boah, das war voll gelogen! Untenherum völlig ungeschützt, find ich ja bei Frauen noch ganz cool, aber ich friere mir beim Gedanken daran im Oktober in einem Indianer-Tipi zu übernachten jetzt schon den Arsch weg. Welcher Teufel hat uns geritten so ein Tipi-Ding zu buchen. Ich habe in meinem Bett zu Hause sogar im Sommer die dicke Winterdecke aufgezogen, weil ich mich des Nachts manchmal frei strample und dann friere wie ein Schneider. Das kann ja heiter werden. Der Gedanke an schlotternde Nachtstunden auf unserer Wanderreise lassen mich nun die nächsten Tage nicht mehr los. Wie kann ich mich bloß warm halten? Whiskey trinken ohne Ende, ist eine Variante. Mir kommt auch irgendwann diese „Zelt in Zelt“ – Idee. Also habe ich sofort Axel angerufen und Ihm mein Plan unterbreitet. Er war sofort begeistert. „Es gäbe ja auch Rohr in Rohr oder Aug in Aug - Systeme“. Bei unserem Telefonat bat ich ihn dann eindringlich, sich umgehend um eine vernünftige Bleibe in „Drei Annen Hohne“ (unser eigentlich erstes Etappenziel) zu bemühen. Hoffentlich bekommen wir dort eine vernünftige Unterkunft. Nach zwei, drei kurzen Emails ist dann schnell klar, dass wir ein schönes Doppelzimmer mit Schwimmbadbenutzung für 50,-€ pro Person inkl. Frühstück bekommen. Das Hotel heißt „Drei Annen“ und ist wohl das einzige Hotel am Platze. Prima, das hat also geklappt. Brauchen wir nur noch das Lunchpaket für den kommenden Wandertag bestellen, aber das machen wir wohl vor Ort. Und nicht vergessen: Badehose!!!

Haben wir also nur noch das mit dem Indianer-Tipi vor der Brust… es will mir einfach nicht mehr aus dem Kopf. Es ist Oktober und ich schlafe in einem Tipi. Wenn das meine Krankenkasse wüsste. Ich zweifele wirklich, ob ich das alles so will. Zorro sagte zwar zu mir, ich solle mir keine Sorgen machen, aber so ganz Geheuer und Wohl ist mir bei der Sache nicht. Die Frau aus dem PC-Buchungscenter war jedenfalls guter Dinge und meinte, dass sie mir die Buchungsunterlagen in den nächsten Tagen zusenden wolle. Bis jetzt habe ich aber noch nicht bekommen. Glaube ich werde da nachher mal anrufen. Nicht das wir auf einmal doch in ein Hotelzimmer müssen…. Wäre ja echt schade, wenn wir nicht frieren müssten ;) Ich sollte vielleicht doch mal meine Schwester anrufen, ob sie noch diese Stoffstrumpfhosen trägt…

Des Weiteren mache ich mir in den letzten Tagen auch Gedanken über die Ausrüstungsgegenstände, die ich eventuell mitnehmen möchte. Ich sollte mal eine Liste erstellen mit allen Dingen, die man so braucht und vielleicht den Dingen die man nicht unbedingt braucht. Werde mich damit mal in den nächsten Tagen beschäftigen.
Was man in jedem Falle braucht sind zweifelsohne authentische Westernklamotten, wie Hut oder Weste, damit man den Eintritt in die Westernstadt frei hat. Außerdem ist es bestimmt lustiger dort in einer Art Tracht oder Verkleidung herum zulaufen, um mit den Einheimischen (locals) schneller in Kontakt zu kommen. Ich stelle mir ernsthaft die Frage, ob es in einer Westernstadt Einheimische gibt. Sind die dort ordentlich gemeldet? Wir wollen jedenfalls nicht nur als irgendwelche blöden Touristen wirken, sondern uns am Westernleben beteiligen (haha). Jedenfalls habe ich schon mal zwei hell- bis dunkelgraue Südstaaten-Filzhüte der Konföderierten Armee aus dem amerikanischen Bürgerkrieg (Sezessionskrieg von 1861 bis 1865) für uns geordert. Diese ausgezeichneten Teile haben relativ erschwingliche 18,- € pro Stück gekostet. Zorro hatte mir seine Hutgröße per transkontinentale Telegraphie mitgeteilt und ich hoffe, dass ihm seine Kappe auch passt. Wer hat denn auch schon Hutgröße 62+ ?. Hape Kerkeling hat es in seinem Buch „Ich bin dann mal weg“ genau beschrieben. Ein spanischer Hut Verkäufer sagte zu ihm (also zu HaPe), dass alle Deutschen so unnormal große Kopfe hätten, weil sie zuviel denken würden. Recht hat er. Wir denken zuviel, z.B. denke ich daran, ob man in einem Tipi in einer Oktobernacht sehr doll friert. Der Laden bei dem ich die Hütte im Internet bestellt habe, hat unsere Kopfbedeckungen auch umgehend geliefert und ich muss sagen:
„Meiner passt sehr gut… wie angegossen. Ich hab aufgehört zu denken!“
Frei nach HaPe's „Erkenntnis des Tages“ – nun die Indianerweißheit des Tages:

IWdT: „Hör auf zu denken, dann frierst du nachts zumindest nicht am Kopf!“

Montag, 13.August 2007 noch 46 Tage
Gut, gut... ok. Ich hab nun grad mal ein paar Minuten Zeit und werde mich jetzt mal daran setzen das geplante Reisetagebuch mit dem vorläufigen Arbeitstitel:

„Auf dem Hexenstieg nach Pullman City"

zu beginnen. Es gibt da noch einen alternativen Arbeitstitel, unter dem auch der geplante I-Netauftritt läuft, aber dazu später mehr. Axel (mein Wander- und Westernfreund) weilt derzeit noch mit seiner Familie in bella Italia und wird in den nächsten Tagen zurück erwartet. Bis dahin werde ich mal die Schreibfeder in die Hand nehmen und ein paar hirnlose Sätze niederschreiben.
Es wird also gewandert, erwähnte ich ja bereits. Klingt ja auch logisch: Hexenstieg -> Harz -> Wandern. Macht in diesen Tagen ja irgendwie jeder, ist also voll „trendy“. Wissen wir, deswegen machen wir es ja auch. Aber nicht nur weil wir unbedingt „trendy“ sein wollen, sondern weil wir wissen, dass wir voll „trendy“ sind, und das schon seit frühester Kindheit. Ist schwer zu verstehen, ist aber so. Vor allen wenn man weiß, an wie vielen Sonntagen wir damals mit unseren Eltern gewandert sind, klingt es schon wieder plausibel. Wir machen also nix anderes als die totale Uncoolness von früher, für uns in totale Coolness von heute zu verwandeln. In den 70er Jahren, also in unseren Kindheitsjahren, hieß es auch nicht unbedingt „wandern“, ok… das gab es sicher auch, aber es hieß eigentlich eher: „spazieren gehen“ oder „schlendern“. Heute sprechen wir von hikking, nordic walking, trekking oder pilgern. Außerdem liegt die Coolness bzw. Uncoolness vielleicht auch noch darin begründet, dass wir mittlerweile selbst Eltern sind. Wer weiß? Wir huldigen somit also mit dieser geplanten Wanderung in einer bestimmten Weise und vielleicht auch unbewusst unsere Eltern. Wir, und damit spreche ich hoffentlich auch für Axel, danken Ihnen für ALLES! (und das meine ich ausnahmsweise mal Ernst.) Wir danken dafür, dass sie uns geboren und zu einigermaßen anständigen Kerlen, Trunk– und Raufbolden erzogen haben. Wir danken für Spannung, Spaß, Spiel und Schokolade. Für Liebe, Land und Leute… Ich danke ganz speziell für die bereits von meiner großen Schwester Marion eingetragenen dunkelblauen Stoffstrumpfhosen, die mir in den Wintermonaten sicherlich die eine oder andere Blasen- oder Nierenentzündung erspart haben. Ich persönlich danke meinen Eltern noch für:
  • die kleinen Indianer und Cowboy Figuren aus Kunststoff (die Farben vermutlich Blei belastet)
  • das grün gestrichene Western Fort aus Holz (danke Papa, sehr authentisch!)
  • die Kostümierungen an Kinderkarneval meistens als Indianer… Cowboy war uncool und passte auch nicht so zu meinem Gesichtsteint
  • sowie sämtliche Winnetou und “Western von gestern“ Folgen die ich im Fernsehen schauen dürfte…
(spätestens jetzt sollte sich dem Leser der Bogen zum geplanten Etappenziel Pullman City spannen und erschließen) …natürlich danken wir Ihnen auch dafür, dass sie uns lesen und schreiben beigebracht haben, sonst wäre dieser gesamte geistige Dünnschiss hier wohl kaum möglich.

Wir, das sind übrigens: Axel Janeczko, alias Zorro Zolokowsky vom Lake Salt Lattice, 39 Jahre alt, Trapper, Konföderierter, Durchgeknallter alles in Personalunion… und
Elmar Sander, alias Williams „Eytsh“ Bunny, aus Pueblo Gödringo, 36 Jahre alt, Fallensteller + Konföderierter ebenfalls durchgeknallt…
(die Steckbriefe, inklusive aller Pseudonymen und verwendeten „Alias-Namen“ werden im Laufe der Reise vervollständigt oder mal wieder komplett umgestrickt bzw. in Frage gestellt.)

Die Idee zu dieser Western-Wallfahrt nach Pullman (ich nenne es auch gerne: „Eine Pilgerreise zu den heiligen Kindertagen“) kam uns auf unserer letzten gemeinsamen Wanderung von Buntenbock nach Torfhaus, der 2. Etappe des Hexenstiegs, 23km entlang des Harzer Wasserregals an Ostersamstag, aber das ist eine andere Geschichte. Warum nicht mal nach Pullman wandern, fragten wir uns. Da wollten wir immer schon mal hin. Der Osten ist doch auch schön. „Dänemark, Rumänien, Schweden, Skandinavien, Rumänien das sind alles schöne Länder.“
Eine Westernstadt im Osten… klingt abstrus, aber genau das zieht uns magisch an. Sei es drum, hier sind wir nun…bzw. hier ist unser Plan:
Wir wandern, wiederum entlang des Hexenstieges, in drei Tagen von Torfhaus (die Endstation unserer letzten Wanderung), über den Brocken, Drei Annen Hohne, Königshütte, Rappbodetalsperre bis nach Pullman City in Hasselfelde und dann weiter über Treseburg nach Thale. Die Wanderung soll am Freitag den 28.September ab Torfhaus/Harz starten und, wie schon gesagt, drei Tagesetappen später, am Sonntag den 30. September in Thale/Ostharz/ehemals DDR enden. Geplant sind zwei Übernachtungen auf der gesamten Wegstrecke.
Vielleicht ist es zunächst noch einmal nötig, dem gemeinen Leser zu eröffnen und zu erörtern, welcher Sinn oder Unsinn hinter unserer Reise steckt. Des Weiteren sollte man eventuell kurz darüber sprechen welchen Zweck überhaupt dieses Tagebuch hat. Die Antwort ist relativ einfach: Gar keinen!
Das ist also das Ziel: Wir machen eigentlich etwas völlig sinnloses. Keiner, außer uns, wird je so verrückt sein nach Pullman City zu wandern und ein Reisetagebuch darüber zu schreiben. Schon gar kein Pre-Tagebuch. Kein Mensch, außer uns, wird dieses Buch je lesen. Macht aber nix, solange es uns Spaß macht etwas herrlich Nutzloses zu tun, tun wir es! Also Axel, viel Spaß beim lesen. Noch was: geistige und körperliche Grundvoraussetzungen für diese Tour sind übrigens und unter anderem: Klaus Kinski-Charakter (irre), Familienvater, fremd gesteuert, einen Wanderrucksack, Flachmann und Isolation-Map, Südstaatenmütze nicht zu vergessen (hierzu später auch mehr)…